Wenn Diesel nicht in den Dieseltank will

POM-C-Adapter für die Fehlbetankungssperre mit trichterförmigem Innenkegel

Verfasst in

Ein Kanister Diesel und ein Dieselfahrzeug

Mein Vater hatte noch einen Reservekanister.

Darin waren ein paar Liter Diesel.

Da in der Familie inzwischen nur ich ein Dieselfahrzeug habe, war der weitere Plan entsprechend anspruchsvoll:

Kanister nehmen. Diesel ins Auto füllen.

Ging aber nicht! Ja wie jetzt?

Beim Einfüllen lief der Diesel stattdessen bei der Belüftung des Einfüllstutzens wieder heraus.

Teilweise natürlich auch über das Auto.

Ich probierte verschiedene Positionen des Kanisterstutzens, langsamer, schneller, weiter hinein, weniger weit hinein.

Das Ergebnis blieb ungefähr gleich.

Der Diesel wollte offenbar nicht in den Dieseltank.

Da ist mehr als nur eine Klappe

Nach etwas genauerem Hinsehen entdeckte ich in der Einfüllöffnung zunächst die ohnehin sichtbare Metallklappe.

Die wird wohl normalerweise vom Tankstutzen aufgedrückt.

Seitlich daneben sitzen allerdings noch zwei kleine Vorsprünge.

Und die sahen verdächtig danach aus, als hätten sie ebenfalls etwas mit der Entriegelung dieser Klappe zu tun.

Also nachgesehen, was das eigentlich soll.

Die Antwort:

Fehlbetankungssperre.

Davon hatte ich bis dahin tatsächlich noch nie bewusst gehört.

Vielleicht Allgemeinwissen.

Dann war es eben Allgemeinwissen, das an mir vorbeigegangen war.

Warum der Kanisterstutzen nicht funktioniert

Der Hintergrund ist eigentlich sinnvoll.

Ein Benzin-Zapfstutzen ist dünner als ein Diesel-Zapfstutzen.

Mit ungefähr 21 Millimetern Außendurchmesser passt ein Benzinstutzen grundsätzlich auch in eine größere Diesel-Einfüllöffnung.

Genau deshalb besitzt mein Fahrzeug wohl diese zusätzliche Sperre.

Erst ein Stutzen mit dem größeren Diesel-Durchmesser betätigt die seitlichen Entriegelungen und gibt die Klappe frei.

Der Ausgießer meines Reservekanisters war dafür zu klein.

Damit stellte sich allerdings eine andere Frage:

Warum habe ich eigentlich einen Benzinkanister für Diesel?

Darüber hatte ich mir bisher ungefähr genauso viele Gedanken gemacht wie über eine etwaige Fehlbetankungssperre.

Also keine.

Gut, das nicht erst nach einer Panne herauszufinden

In der Garage war die Sache hauptsächlich lästig.

Ein paar Liter Diesel standen herum und ließen sich eben nicht ohne Weiteres einfüllen.

Weniger lustig wäre dieselbe Erkenntnis nach einer Panne.

Drei Kilometer zur nächsten Tankstelle laufen, dort einen Kanister und Diesel besorgen, wieder zum Auto zurücklaufen – und dann feststellen, dass der gekaufte Ausgießer die Tankklappe überhaupt nicht entriegelt.

Das wäre ein eher ungünstiger Zeitpunkt, um etwas Neues über sein eigenes Auto zu lernen.

Also wollte ich dafür eine kleine Lösung im Bordwerkzeug haben.

Ein kleiner Adapter aus POM-C

Der Adapter entstand aus POM-C.

Das Material lässt sich sehr angenehm bearbeiten, ist ausreichend robust und für den Kontakt mit Diesel geeignet.

Die grundsätzliche Geometrie war schnell festgelegt:

  • 25 Millimeter Außendurchmesser auf der Fahrzeugseite
  • 21 Millimeter Innendurchmesser für den dünneren Kanisterstutzen
  • ein kleiner Einlaufkegel für den Schlauch beziehungsweise Ausgießer des Kanisters
  • ein Innenkegel als kleiner Trichter
  • und ein deutlicher Bund außen

Der Außendurchmesser übernimmt dabei die Funktion des größeren Diesel-Zapfstutzens und betätigt die Entriegelung der Tankklappe.

Der Kanisterstutzen wird durch den Adapter hindurchgeführt beziehungsweise darin angesetzt.

Der Bund hat eine mindestens ebenso wichtige Aufgabe:

Er verhindert, dass der Adapter irgendwann vollständig im Tank verschwindet.

Es gibt Teile, bei denen eine elegante Form wichtiger ist.

Hier war mir der Bund wichtiger.

Gedrehter POM-C-Adapter mit Bund für die Fehlbetankungssperre eines Dieseltanks
Der größere Außendurchmesser betätigt die Fehlbetankungssperre; der ausgeprägte Bund verhindert, dass der Adapter in den Tank rutschen kann.
POM-C-Adapter für die Fehlbetankungssperre mit trichterförmigem Innenkegel
Der 25-mm-Außendurchmesser betätigt die Fehlbetankungssperre; der Bund verhindert, dass der Adapter in den Tank fallen kann
Gedrehter POM-C-Adapter für die Fehlbetankungssperre eines Dieseltanks
Der Innenkegel erleichtert das Einfüllen und führt zum 21-mm-Durchgang für den Kanisterstutzen.

Mit der ELS schnell gedreht

Gefertigt habe ich die kleine Hülse auf der Emco mit der ELS.

Für so ein Teil ist das eigentlich eine recht dankbare Arbeit: Außendurchmesser, Bohrung beziehungsweise Innendurchmesser, zwei kleine Kegel und ein Bund.

Kein großes Projekt.

Aber eines dieser Teile, bei denen eine halbe Stunde in der Werkstatt irgendwann einige Kilometer Fußweg und deutlich schlechtere Laune ersparen könnte.

Ab ins Bordwerkzeug

Der Adapter kommt jetzt ins Auto.

Zusammen mit dem übrigen Bordwerkzeug.

Im Idealfall werde ich ihn nie wieder brauchen.

Das wäre vermutlich der beste Nachweis dafür, dass er seinen vorgesehenen Platz gefunden hat.

Rückblick

Eigentlich wollte ich nur ein paar Liter Diesel aus einem Kanister in einen Dieseltank füllen.

Daraus wurden:

  • Diesel auf dem Auto
  • die Entdeckung einer bis dahin unbekannten Fehlbetankungssperre
  • die Erkenntnis, dass nicht jeder Kanisterstutzen dafür geeignet ist
  • und ein kleines Drehteil aus POM-C

Die Fehlbetankungssperre macht dabei genau das, was sie soll.

Sie verhindert nur nebenbei auch, dass ich meinen eigenen Diesel aus meinem eigenen Kanister ohne passendes Zwischenstück in meinen eigenen Dieseltank bekomme.

Jetzt weiß ich es.

Und im Handschuhfach beziehungsweise Bordwerkzeug liegt künftig die passende Antwort darauf.

Der hier gezeigte Adapter ist für meinen konkreten Kanister und die Einfüllöffnung meines Fahrzeugs entstanden. Maße und Fehlbetankungssysteme können sich bei anderen Fahrzeugen unterscheiden. Beim Umgang mit Kraftstoff sind die Vorgaben des Fahrzeug- und Kanisterherstellers zu beachten.

War dir diese Sperre bewusst?

Ich hatte mich bis zu diesem kleinen Zwischenfall nie mit einer Fehlbetankungssperre beschäftigt.

Hast du damit schon einmal beim Betanken aus einem Reservekanister Bekanntschaft gemacht – oder liegt bei dir bereits ein passender Adapter im Fahrzeug?

Besonders interessieren mich Erfahrungen mit unterschiedlichen Fahrzeugen und Kanistersystemen. Auch Hinweise auf einfachere Lösungen, die ich schlicht übersehen habe, sind ausdrücklich willkommen.

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